ENGEL

JAHRESAUSSTELLUNG
DER BEIDEN MALSCHULEN DES PROJEKTES ZKE

Von Mitte August bis Mitte November 2020

 

2018 haben wir ein neues Konzept für die seit 2000 unter dem Namen Jahresausstellung stattfindende Präsentation der jährlichen Arbeit der Kinder, jugendlichen und erwachsenen Schüler/innen der beiden Malschulen des Projektes ZKE gefunden.

Eine thematische, also auf ein vorgegebenes Thema fixierte, Ausstellung.

In der Jahresausstellung 2020 wurden wie immer in der Großen Galerie die Arbeiten
der jugendlichen und erwachsenen Schülerinnen und Schüler der Malklasse Eugen Bednarek präsentiert, in der Kleinen Galerie, auf der ersten Etage, präsentierten die Kinder der Kleinen Malschule unter der Leitung von Wanda Korfanty-Bednarek ihr Können. Und diesmal sollten sie sich alle mit dem Thema „Engel“ auseinandersetzen. „Engel“ in Zeiten der Coronavirus-Pandemie.

Die ersten Arbeiten sind schon im frühen Herbst 2019 entstanden. Damals wütete die Corona-Pandemie noch weit, weit entfernt in der chinesischen Stadt Wuchan. Dann kam es im Laufe des Frühlings 2020 zur Verbreitung der Corona-Pandemie auch  in Deutschland. Unsere beiden Malschulen wurden zeitweise geschlossen. Trotzdem haben alle unsere Schüler unabhängig vom Alter ihre Engel-Bilder vollendet.

Nach der Lockerung der strengen Schutzmaßnahmen Anfang Mai, mit der Ungewissheit oder sogar Angst davor, die Pandemie könnte in eine zweite Welle gehen, haben wir Anfang August 2020 mit dem Aufbau der Ausstellung  in den beiden Kunstgalerien des Projektes ZKE auf der Zeche Königin Elisabeth begonnen.
Zum ersten Mal in der Ausstellungsgeschichte unseres Projektes ZKE mussten wir auf die offizielle, feierliche Eröffnung verzichten, die weitere Entwicklung oder Wiederentflammung der Corona-Pandemie sollte so vermieden werden.

Die diesjährige Schülerausstellung ist so nur zur Malunterricht begleitenden und auf unserer Webseite virtuell begehbaren, Ausstellung geworden. Trotzdem wurde sie zum ersten Mal in der Geschichte unseres Projektes ZKE mit diesem umfangreichen Begleitbuch dokumentiert.

In dem Buch sind nicht nur alle ausgestellten Bilder reproduziert. Es beinhaltet auch
zahlreiche künstlerisch-literarische Impressionen der Kinder, jugendlichen und erwachsenen Schüler/innen
sowie Menschen aus der Umgebung des Projektes ZKE in Bezug auf die Zeit der Corona-Krise.

Dadurch schufen wir unser gemeinsames, einzigartiges geistiges Dokument der Monate der sozialen und wirtschaftlichen Geschehnisse dieser Zeit.

Zum Thema der Ausstellung: „Engel“.

Unabhängig davon, ob wir an Engel glauben oder nicht, von allen mythischen Wesen haben sie seit Jahrtausenden wahrscheinlich den größten Einfluss auf die Menschen ausgeübt.  Je rationaler diese Welt, desto mehr glauben die Menschen an Engel. Besonders in Zeiten wie der Corona-Krise. Vor allem die Schutzengel gewinnen in solch schwierigen Zeiten an Zuspruch und Bedeutung.

In der Zeit der globalen, brutalen, menschenvernichtenden Auswirkung eines unsichtbaren Feindes in Form eines Virus haben wir eine bisher noch nicht erfahrene Welle der Hilfsbereitschaft erlebt, die sehr oft unter den schwierigsten Bedingungen, über gewöhnliche Pflichten hinaus von Ärzten, Krankenschwestern, Pflegern, Ehrenamtlichen, Polizisten, Feuerwehrleuten, Kassiererinnen und anderen systemrelevanten Berufsgruppen geleistet wurde.

Sind das nicht die Engel unserer Zeit?
Vielleicht. Das lässt sich nicht ausschließen.

Die Skala der künstlerischen Engel-Darstellungen der der Kinder, jugendlichen und erwachsenen Schüler/innen der beiden Malschulen des Projektes ZKE reichte unglaublich weit. Eine ganze „Engelogie“ ist entstanden, weit weg von konventionellen, vor allem religiösen Stereotypen. Diese Engel-Bilder beweisen nicht nur die schier unbegrenzte Fantasie der Menschen, die sie erschaffen haben, sondern auch ihr künstlerisches Wissen und Können. Ihre visuelle Skala reicht von fotorealistischer bis hin zu abstrakter Ästhetik, erschaffen auf der Basis vieler Techniken der modernen Kunst wie Malerei, Zeichnung, Fotografie, Collage oder Objektgestaltung. Die meist vereinheilichten Formate der Darstellungen schufen eine einheitliche Ausstellungsform.

Die gesammte Ausstellung samt Begleitbuch regten den Betrachter zum Nachdenken an über die Fragen nach der weiteren geistigen, sozialen, politischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Menschheit im 21. Jahrhundert und sogar darüber hinaus.

 

Eugen Bednarek

Wanda Korfanty-Bednarek